Traktorreifen-Rechner – Reifengrößen vergleichen
Gib eine oder zwei Reifengrößen ein, z. B. 650/65 R42. Der Rechner ermittelt Durchmesser, Umfang und Flankenhöhe aus den Nennmaßen und zeigt, was sich bei einer alternativen Größe geometrisch verändert.
Erkannt: 650/65 R42
Erkannt: 710/60 R42
Reifen B (710/60 R42) gegenüber Reifen A (650/65 R42)
- Breite
- +60 mm
- Außendurchmesser
- +7 mm
- +0,4 %
- Umfang
- +22 mm
- +0,4 %
- Bodenfreiheit
- +3,5 mm
- Geschwindigkeit
- +0,4 %
- bei gleicher Raddrehzahl
Bei der Raddrehzahl, die mit Reifen A 40 km/h ergibt, fährt der Traktor mit Reifen B theoretisch 40,1 km/h.
| mm | A | B | Differenz |
|---|---|---|---|
| Breite | 650 | 710 | +60 |
| Flankenhöhe | 423 | 426 | +3 |
| Felgendurchmesser | 1.067 | 1.067 | ±0 |
| Außendurchmesser | 1.912 | 1.919 | +7 |
| Radius | 956 | 959 | +3 |
| Umfang | 6.006 | 6.028 | +22 |
Allradtraktor? Für die Abstimmung von Vorder- und Hinterachse zählen die deklarierten Abrollumfänge aus den Reifendaten, nicht diese Nennmaße. Reifenkombination prüfen → Voreilungsrechner
Theoretische Berechnung aus den Nennmaßen der Reifengröße – nicht der vom Hersteller angegebene Abrollumfang. Der reale Wert weicht je nach Hersteller, Reifenmodell, Luftdruck, Last und Verschleiß ab.
Die Berechnung sagt nichts darüber aus, ob eine Reifengröße für einen Traktor zulässig ist. Dafür zählen u. a. Herstellerfreigabe, Felge, Tragfähigkeit, Achslasten, Voreilung und Platzverhältnisse.
Wie liest man 650/65 R42?
- 650 – Nennbreite in mm
- 65 – Querschnittsverhältnis: Die Flanke ist 65 % so hoch wie der Reifen breit ist
- R – Radialbauweise (ein Bindestrich steht für Diagonalreifen)
- 42 – Felgendurchmesser in Zoll
Zusätze wie VF oder IF (höhere Tragfähigkeit bei weniger Luftdruck) sowie Last- und Geschwindigkeitsindex (z. B. 165D) ändern die Nennmaße nicht; der Rechner ignoriert sie.
So werden Durchmesser und Umfang berechnet
Flankenhöhe = Breite × Querschnitt ÷ 100
Außendurchmesser = Felge (Zoll) × 25,4 + 2 × Flankenhöhe
Umfang = π × Außendurchmesser
Beispiel: 650/65 R42 und 710/60 R42
- 650/65 R42: 1.067 + 2 × 423 ≈ 1.912 mm, Umfang ≈ 6.006 mm
- 710/60 R42: 1.067 + 2 × 426 ≈ 1.919 mm, Umfang ≈ 6.028 mm
Der breitere Reifen ist also nur +7 mm höher (+0,4 %), aber +60 mm breiter.
Theoretischer und tatsächlicher Abrollumfang
Die Formel beschreibt den unbelasteten Reifen nach Nennmaßen. Reale Reifen weichen davon ab: Hersteller und Profil unterscheiden sich, unter Last federt der Reifen ein, und Luftdruck sowie Verschleiß verändern den wirksamen Radius. Deshalb geben Reifenhersteller einen eigenen, meist etwas kleineren Abrollumfang an. Für den Vergleich zweier Größen reicht die Nennrechnung; für Voreilung oder Tachoabgleich zählt der deklarierte Wert aus dem Datenblatt.
Was verändert eine andere Reifengröße?
- Geschwindigkeit und Zugkraft: Mehr Umfang bedeutet mehr Weg je Radumdrehung – schneller bei gleicher Drehzahl, aber etwas weniger Zugkraft am Boden.
- Bodenfreiheit: Die Achse hebt oder senkt sich um die Hälfte der Durchmesseränderung.
- Breite: Breitere Reifen verteilen die Last auf mehr Fläche, brauchen aber Platz zu Kotflügel, Kabine und Lenkanschlag und verändern die Spurweite.
- Allrad: Ändert sich das Verhältnis von Vorder- zu Hinterreifen, ändert sich die Voreilung – siehe Voreilungsrechner.
Ob eine Größe tatsächlich gefahren werden darf, ergibt sich aus Herstellerfreigabe, Felge, Tragfähigkeit und Achslasten – nicht aus der Geometrie allein.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Durchmesser eines Traktorreifens?
Außendurchmesser = Felgendurchmesser in Zoll × 25,4 + 2 × Flankenhöhe. Die Flankenhöhe ist Breite × Querschnittsverhältnis. Für 650/65 R42: 42 × 25,4 = 1.067 mm, Flanke 650 × 0,65 = 423 mm, Durchmesser ≈ 1.912 mm.
Wie berechnet man den Reifenumfang?
Umfang = π × Außendurchmesser. Für 650/65 R42 ergibt das theoretisch rund 6.006 mm. Der vom Hersteller deklarierte Abrollumfang liegt meist darunter, weil der Reifen unter Last einfedert.
Ist der berechnete Umfang der Abrollumfang?
Nein. Der Rechner liefert den geometrischen Umfang aus den Nennmaßen. Der Abrollumfang wird vom Reifenhersteller je Reifenmodell angegeben und hängt von Konstruktion, Luftdruck, Last und Verschleiß ab. Für Voreilung und Tachoabgleich sollte der deklarierte Wert verwendet werden.
Kann ich 710/60 R42 statt 650/65 R42 fahren?
Geometrisch sind beide fast gleich groß (Durchmesser +7 mm), 710/60 R42 ist aber +60 mm breiter. Ob die Größe auf einem bestimmten Traktor zulässig ist, entscheiden Herstellerfreigabe, Felge, Tragfähigkeit, Achslasten, Voreilung und Platz im Radkasten bzw. zur Kabine.
Was bedeutet 18.4 R38?
Das ist eine ältere Zollbezeichnung: 18,4 Zoll Breite, Radialbauweise, 38 Zoll Felge. Ein Querschnittsverhältnis ist nicht angegeben – solche Reifen entsprechen meist etwa der 85er-Serie (18.4 R38 ≈ 460/85 R38). Der Rechner verwendet diese Näherung und kennzeichnet sie.
Warum ändert sich die Geschwindigkeit mit einer anderen Reifengröße?
Ein größerer Umfang legt pro Radumdrehung mehr Weg zurück. Bei gleicher Motordrehzahl und gleichem Gang fährt der Traktor dadurch um den gleichen Prozentsatz schneller, um den der Umfang wächst – und die Geschwindigkeitsanzeige weicht entsprechend ab, sofern sie nicht angepasst wird.